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Geologie

Hotspot

"Ein Vulkangebiet, das sich über einem relativ stationären und außergewöhnlich heißen Teil des Erdmantels bildet."

Ein Hotspot ist ein „Schürhaken“ intensiver Hitze, der tief aus dem Erdmantel aufsteigt und in der Lage ist, die darüber liegende Kruste zu schmelzen, um Vulkane zu bilden. Im Gegensatz zur Mehrheit der Vulkane der Welt, die an den Rändern tektonischer Platten entstehen, stoßen Hotspots oft mitten durch Platten hindurch, Tausende von Kilometern von der nächsten Plattengrenze entfernt.

Die Theorie wurde erstmals 1963 vom Geophysiker J. Tuzo Wilson vorgeschlagen, um die rätselhafte Existenz der Hawaii-Inseln zu erklären.

Der Mechanismus: Ein geologischer Schweißbrenner

Hotspots werden von Mantelplumes angetrieben – langen, schmalen Säulen aus überhitztem Gestein, die von der Grenze zwischen Mantel und Erdkern aufsteigen.

  • Stationäre Hitze: Während tektonische Platten ständig über die Erdoberfläche driften, geht man davon aus, dass Mantelplumes relativ stationär bleiben.
  • Durchbrennen: Wenn der Kopf des Plumes auf die Unterseite der Lithosphäre (Kruste) trifft, wirkt die immense Hitze wie ein Schweißbrenner, schmilzt das Gestein und erzeugt einen Vulkanschlot an der Oberfläche.

Der Förderband-Effekt

Da sich die Platte bewegt, während der Hotspot an Ort und Stelle bleibt, ist das Ergebnis eine lineare Kette von Vulkanen, die zunehmend älter werden.

  1. Aktives Stadium: Ein Vulkan bildet sich direkt über dem Hotspot (z. B. Kīlauea).
  2. Drift: Die Bewegung der tektonischen Platte trägt den Vulkan von der Wärmequelle weg.
  3. Erlöschen: Von seiner Magmazufuhr abgeschnitten, erlischt der Vulkan, kühlt ab und beginnt zu erodieren.
  4. Neue Geburt: Eine neue Insel beginnt über dem Hotspot hinter der alten zu wachsen.

Analogie: Stellen Sie sich vor, Sie bewegen langsam ein Blatt Papier über eine stationäre Kerzenflamme. Sie erhalten eine Linie von Brandflecken. Das Papier ist die tektonische Platte; die Kerze ist der Hotspot.

Arten von Hotspots

1. Ozeanische Hotspots (Hawaii)

Wenn ein Hotspot unter einer dünnen ozeanischen Kruste sitzt, produziert er typischerweise basaltische Lava und baut massive Schildvulkane auf. Die Hawaii-Emperor-Kette hilft dabei, die Bewegung der Pazifischen Platte über die letzten 80 Millionen Jahre zu verfolgen.

  • Aktuelle Aktivität: Der Hotspot speist derzeit die Big Island von Hawaii und den wachsenden Unterwasservulkan Lōʻihi.

2. Kontinentale Hotspots (Yellowstone)

Wenn ein Hotspot unter einer dicken kontinentalen Kruste sitzt, ist der Prozess explosiver. Das aufsteigende Magma schmilzt das siliziumreiche kontinentale Gestein und erzeugt zähes, viskoses, rhyolitisches Magma. Dies führt zu katastrophalen Supereruptionen.

  • Spur: Der Weg des Yellowstone-Hotspots kann über die Snake River Plain in Idaho verfolgt werden und zeigt eine Geschichte massiver Calderen, die bis zum heutigen Standort in Wyoming führen.

FAQ

F: Bewegen sich Hotspots? A: Lange Zeit dachte man, sie seien vollkommen fixiert. Neuere Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass Mantelplumes aufgrund von Strömungen im Mantel („Mantelwind“) über Millionen von Jahren leicht driften können.

F: Kann ein neuer Hotspot entstehen? A: Ja, aber das geschieht in geologischen Zeiträumen. Wenn ein neuer Plume-Kopf die Oberfläche erreicht, würde dies wahrscheinlich ein massives Flutbasalt-Ereignis auslösen und riesige Gebiete mit Lava bedecken.