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Hydrothermal

Geysir

"Eine seltene Art von heißer Quelle, die unter Druck steht und ausbricht, wobei Wasserstrahlen und Dampf in die Luft geschleudert werden."

Ein Geysir ist eines der spektakulärsten hydrothermalen Merkmale der Natur – eine seltene Art von heißer Quelle, die periodisch ausbricht und Säulen aus kochendem Wasser und Dampf in die Luft schleudert.

Das Wort stammt vom isländischen Verb geysa, was „strömen“ oder „spritzen“ bedeutet. Es wurde speziell nach dem Geysir benannt, einer berühmten Fontäne im Haukadalur in Island, die allen anderen Geysiren weltweit ihren Namen gab.

Die Mechanik eines Ausbruchs

Geysire funktionieren wie ein natürlicher Schnellkochtopf. Damit ein Geysir existieren kann, müssen drei spezifische Bedingungen erfüllt sein:

  1. Reichlich Grundwasser: Um den Ausbruch zu speisen.
  2. Vulkanische Wärmequelle: Magma, das sich der Oberfläche nähert (normalerweise 3–5 km tief), um das Wasser zu überhitzen.
  3. Verengtes Leitungssystem: Dies ist der entscheidende Unterschied zwischen einer heißen Quelle und einem Geysir.

Der Eruptionszyklus:

  • Füllung: Wasser sickert in ein komplexes System aus engen, gewundenen unterirdischen Reservoirs.
  • Überhitzung: Das Wasser am Boden wird durch das umgebende heiße Gestein erhitzt. Aufgrund des immensen Gewichts der darüber liegenden Wassersäule steigt der Siedepunkt. Wasser kann 120 °C oder mehr erreichen, ohne zu kochen.
  • Der Auslöser: Wenn das Wasser heißer wird, dehnt es sich aus und etwas davon schwappt oben heraus. Diese plötzliche Entlastung verringert den Druck auf das darunter liegende Wasser.
  • Blitzartiges Sieden: Da der Druck gefallen ist, verdampft das überhitzte Wasser augenblicklich (Flash-Verdampfung). Da Dampf 1.600-mal mehr Platz einnimmt als Wasser, verursacht diese Ausdehnung eine gewaltige Explosion, die die gesamte Wassersäule in die Luft schleudert.

Arten von Geysiren

  • Kegelgeysire: Brechen aus einem engen Kegel aus, der durch Ablagerungen von Siliziumdioxid (Geysirit) gebildet wurde. Die Verengung wirkt wie eine Düse und erzeugt hohe, stetige Strahlen (z. B. Old Faithful).
  • Fontänengeysire: Brechen aus einem Wasserbecken aus. Die Ausbrüche sind typischerweise chaotischere Stöße, die in alle Richtungen spritzen (z. B. Great Fountain Geyser).

Leben im kochenden Wasser

Trotz der extremen Hitze wimmelt es in den Abflusskanälen von Geysiren von Leben. Extremophile – wärmeliebende Bakterien und Archaeen – gedeihen hier. Diese farbenfrohen mikrobiellen Matten (orange, gelb, grün) verleihen Orten wie der Grand Prismatic Spring ihre atemberaubenden Regenbogenfarben. Die Untersuchung dieser Organismen hilft Wissenschaftlern zu verstehen, wie Leben auf anderen Planeten existieren könnte.

Außerirdische Geysire

Geysire sind nicht einzigartig auf der Erde. Wir haben „kryovulkanische“ Geysire beobachtet, die Wasserdampf und Eispartikel auf eisigen Monden ausstoßen:

  • Enceladus (Saturn): Schießt Fontänen aus salzigem Wasser ins All, was auf einen unterirdischen Ozean hindeutet.
  • Triton (Neptun): Stößt Stickstoffgas und Staub aus.
  • Europa (Jupiter): Steht im Verdacht, Wasserdampffontänen zu haben.

FAQ

F: Kann man in einem Geysir schwimmen? A: Auf keinen Fall. Das Wasser ist nahe dem Siedepunkt und kann sofort Verbrennungen dritten Grades verursachen. Viele tragische Unfälle haben sich im Yellowstone ereignet, weil Besucher Sicherheitswarnungen ignoriert haben.

F: Ist Old Faithful der größte Geysir? A: Nein, der Steamboat-Geysir (ebenfalls im Yellowstone) ist der höchste aktive Geysir der Welt und kann Wasser 90 Meter hoch schießen – dreimal höher als Old Faithful. Der Steamboat ist jedoch unvorhersehbar und es können Jahre zwischen großen Ausbrüchen vergehen.