Schlackenkegel
"Ein steiler, kegelförmiger Hügel aus vulkanischen Fragmenten, die sich um und windabwärts von einem Vulkanschlot ansammeln."
Schlackenkegel, auch bekannt als Aschekegel, sind die einfachste und häufigste Art von Vulkanen. Sie bestehen aus Partikeln und Klumpen erstarrter Lava, die aus einem einzigen Schlot ausgestoßen werden. Obwohl ihnen die imposante Größe von Stratovulkanen oder die massive Grundfläche von Schildvulkanen fehlen mag, sind Schlackenkegel grundlegende Merkmale in vielen Vulkanfeldern.
Aussehen und Struktur
Wenn gashaltige Lava heftig in die Luft geschleudert wird, zerbricht sie in kleine Fragmente, die erstarren und als Schlacke (Cinder) um den Schlot fallen, um einen kreisförmigen oder ovalen Kegel zu bilden. Die meisten Schlackenkegel haben einen schüsselförmigen Krater auf dem Gipfel und ragen selten mehr als etwa 300 Meter über ihre Umgebung hinaus.
Die Hänge eines Schlackenkegels sind typischerweise steil und ruhen im Schüttwinkel für loses Material, der normalerweise zwischen 30° und 35° liegt. Das Material selbst besteht größtenteils aus losen Pyroklastika – Schlacke, Asche und Lapilli – deren Größe von kleinen Partikeln bis zu großen vulkanischen Bomben reicht. Da das Material unverfestigt ist, kann das Besteigen eines Schlackenkegels schwierig sein, da das lose Gestein unter den Füßen wie Sand nachgibt.
Entstehung und Ausbruchsstil
Schlackenkegel entstehen typischerweise durch strombolianische Eruptionen, die durch intermittierende, deutliche Ausbrüche flüssiger Lava gekennzeichnet sind.
- Gasexpansion: Basaltisches oder andesitisches Magma steigt an die Oberfläche. Gelöste Gase dehnen sich bei abnehmendem Druck schnell aus.
- Fragmentierung: Das expandierende Gas zerfetzt das Magma in Klumpen.
- Ablagerung: Diese Klumpen kühlen während des Fluges ab und erstarren zu Schlacke, bevor sie landen. Die schwersten Fragmente fallen in die Nähe des Schlotes, während feinere Asche vom Wind fortgetragen wird.
Dieser Prozess baut den Kegel Schicht für Schicht auf. Interessanterweise fließen Lavaströme selten aus der Spitze des Kraters, da die lose Schlacke dem Druck des aufsteigenden Magmas nicht standhalten kann. Stattdessen durchbrechen Lavaströme normalerweise die Basis des Kegels oder brechen aus einem Seitenschlot aus, wobei sie manchmal einen Teil der Kegelwand mitreißen (Rafting).
Lebenszyklus und „monogenetische“ Natur
Im Gegensatz zu den massiven Schildvulkanen und langlebigen Stratovulkanen sind Schlackenkegel oft monogenetisch. Das bedeutet, dass sie im Allgemeinen nur einmal während einer einzigen Aktivitätsepisode ausbrechen.
- Dauer: Eruptionen können von wenigen Tagen bis zu mehreren Jahren dauern.
- Erlöschen: Sobald der Ausbruch endet, erstarrt der Kanal und der Vulkan bleibt normalerweise für immer inaktiv.
- Erosion: Da sie aus losem Schutt bestehen, erodieren Schlackenkegel relativ schnell (in geologischen Begriffen), es sei denn, sie werden durch jüngere Lavaströme oder Vegetation zementiert.
Globale Verbreitung und Kontext
Schlackenkegel kommen in fast allen vulkanischen Regionen vor. Sie finden sich:
- An den Flanken größerer Vulkane (z. B. Mauna Kea auf Hawaii oder Ätna in Italien).
- In Calderas von Supervulkanen.
- Als unabhängige Cluster in großen Vulkanfeldern. Zum Beispiel enthält das San Francisco Volcanic Field in Arizona über 600 Schlackenkegel.
Berühmte Beispiele
- Parícutin (Mexiko): Der berühmteste Schlackenkegel der Geschichte. 1943 wuchs er buchstäblich aus dem Maisfeld eines Bauern. Über neun Jahre wuchs er auf 424 Meter Höhe und bot Wissenschaftlern die allererste Gelegenheit, den gesamten Lebenszyklus eines Vulkans zu dokumentieren.
- Sunset Crater (USA): Ein junger, wunderschön erhaltener Kegel in Arizona, der um 1085 n. Chr. ausbrach.
- Cerro Negro (Nicaragua): Ein historisch aktiver Schlackenkegel, der für das „Vulkan-Boarding“ bekannt ist, bei dem Abenteuerlustige seine steilen, aschebedeckten Hänge hinunterrutschen.